Merle
| Wir erwarten Welpen per Mitte März 2012 - bitte schauen Sie unter "Wurfplanung" bezüglich Details :-) |
(Teilweise aus http://de.wikipedia.org/wiki/Merle-Faktor)
Die Merle-Färbung tritt bei einer ganzer Reihe der Hunderassen auf. Viele davon sind auch im FCI-Standard anerkannt! Beispiele von Hunderassen mit Merle-Färbung sind: Deutsche Doggen, Shetland Sheepdogs, Collie, Border Collie, Altdeutscher Hütehund, Australian Shepherds, Bobtails, Dackel, Corgis, Chihuahua, Cocker Spaniel, Pit Bull, Catahoula Leopard Dog, Norwegian Hound, Pyrenean Shepherd, Pomeranian, Beauceron Sheepdog…
Aussehen
Die (auf Eumelanin beruhenden Farben) wie Schwarz und Braun können durch das Merle-Gen aufgehellt werden. In den so gefärbten Bereichen oder einzelnen schwarzen oder braunen Haaren entstehen weiße Abzeichen. Sie können als große Flecken oder als feine Sprenkelung vorkommen. Manchmal wird das Schwarz auch zu einem Grau aufgehellt, das von einem dunklen Graublau über rosastichig bis hin zu einem zarten Hellgrau variieren kann. Entsprechend kann das durch den Braun-Locus entstandene Braun zu helleren Brauntönen aufgehellt werden. Das bedeutet, dass das Merle-Gen ein marmoriertes Muster verursacht in den Bereichen, in denen der Hund eigentlich schwarz oder braun gefärbt wäre. Da das Merle-Gen Phäomelanin nicht beeinflussen kann, zeigen Hunde mit dieser (meist crème, rötlich oder gelb) Farbe an keiner Stelle des Körpers die typische Merle-Zeichnung.
In Rassen wo Merle vorkommt, ist deshalb bei Tieren dieser Farbe Vorsicht geboten, da man sonst unwissentlich zwei Träger der Merle-Gens miteinander verpaaren könnte. Durch Phäomelanin braun gefärbte Fellbereiche bei anderen Fellzeichnungen, wie der Brand bei Hunden mit roter Zeichnung in Gesicht und an Beinen oder wie die hellen Haare im Fell der geflammten Hunde werden ebenfalls nicht durch das Merle-Gen aufgehellt.
Die Augen können einfarbig braun, einfarbig blau, oder gemischtfarbig sein – wobei es Hunde gibt, die ein blaues und ein braunes Auge haben, als auch solche, die beide Farben in einem Auge vereinen.
Ausserdem weist nicht jedes Tier mit Merle-Gen auch eine Merle-Zeichnung im Fell auf, selbst wenn die Grundfarbe Schwarz oder Braun ist. Solche Merle-Tiere werden als „kryptischer Merle“ oder „Merle-Genträger“ bezeichnet.
Beispiele von solchen kryptischen Merles können Sie hier sehen: http://www.ashgi.org/color/Cryptic_Merles.htm
Aus diesem Grund müsste jeder Nachkomme einer Merle-Verpaarung, der die charakteristische Fellzeichnung nicht aufweist, auf das Merle-Gen getestet werden!!!
Genetik
Das Merle ist auf ein Gen (Merle-Gen) im Erbgut des Hundes zurückzuführen. Es ist eine Mutation des Silver-Locus-Gens (Pmel17), das sich beim Haushund auf Chromosom CFA10 befindet.
Das Merle-Gen hellt nur Eumelanin auf, während es Fellbereiche, in denen ausschließlich Phäomelanin vorkommt, unverändert lässt.
Wenn man einen Träger des Merle-Gens mit einem Hund paart, der das Gen nicht hat, sind statistisch 50 % Merle- und 50 % andersfarbige Welpen zu erwarten. In der Praxis fallen normalerweise unter 50 % Merle-Welpen.
Locus M Gene der M-Serie (Marmorierungs-Serie)
M für marmorierende Färbung – auch als „Merle“ bezeichnet
m keine marmorierte Färbung
Beide Allele der M-Serie lassen drei Genkonstellationen zu: MM, Mm und mm.
Mögliche Genotyp-Kombinationen
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Elternteil 1 |
Elternteil 2 |
Nachkommen |
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MM |
Mm |
50 % der Merle-Hunde sind MM (Achtung; schwerste Gesundheitsschäden möglich) 50 % der Merle-Hunde sind Mm → Träger der Vollpigmentierung des Fells |
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MM |
mm |
100 % der Merle-Hunde sind Mm → Träger der Vollpigmentierung des Fells |
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Mm |
Mm |
25 % der Merle-Hunde sind MM (Achtung; schwerste Gesundheitsschäden möglich) 50 % der Merle-Hunde sind Mm → Träger der Vollpigmentierung des Fells 25 % der Hunde mit Vollpigmentierung sind mm |
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Mm |
mm |
50 % der Hunde mit Vollpigmentierung sind mm 50 % der Merle-Hunde sind Mm → Träger der Vollpigmentierung des Fells |
Gesundheitliche Auswirkungen der homozygoten Form (MM)
Hunde, die das Gen nur einmal aufweisen (Mm), also heterozygot sind, sind meist gesund. Bei reinerbigen (homozygoten oder MM) Tieren, manchmal auch Weisstiger genannt, sind 10% einseitig und 15% auf beiden Ohren taub. Es können vor allem bei homozygoten Tieren auch Fehlbildungen der Augen auftreten. Betroffene Tiere können in der Entwicklung hinter Wurfgeschwistern zurückbleiben, eine verminderte Lebensfreude zeigen und sterben manchmal vor der Geschlechtsreife. Darum ist es von allergrösster Bedeutung, Merle-Tiere nur mit GETESTETEN Non-Merle zu kreuzen!!!
Herkunft
Über die Herkunft des Merle-Gens ist man sich nicht sicher. Wahrscheinlich wurde diese Mutation über andere Rassen eingekreuzt. Anscheinend führen Recherchen in den Ahnentafeln von Merle-Chihuahuas auf den Rüden Teto-Chico zurück, der selber kein Merle-Chihuahua war und dessen Eltern und Grosseltern auch nicht. Deshalb werden Merle-Chihuahuas von vielen als Mischlinge bezeichnet.
Ich erwähne dann jeweils gerne, dass die ursprünglichen Chiwis ALLE kurzhaarig waren. Somit sind Langhaar-Chihuahuas auch durch Einkreuzungen (vermutlich Zwergspitz-Pomeranian oder Papillon) entstanden. Weil das aber schon einige Generationen länger her ist (seit 1952 anerkannt in den USA), redet darüber kaum noch jemand.
Mal ganz abgesehen davon: VIELE Rassehunde sind ursprünglich so entstanden, dass aus verschiedenen anerkannten Rassen etwas „Neues“ herausgezüchtet worden ist… Was aber ein ganz anderes Thema ist und ich natürlich überhaupt nicht dafür bin, dass man irgendwelche verschiedene Rassen mixt oder einkreuzt.
Gesundheit / Vorurteile
Es steht ausser Frage, dass von reinerbigen Merle-Hunde (MM) überdurchschnittlich viele krank geboren werden. Somit wird kein seriöser Züchter eine Merle x Merle-Verpaarung zulassen.
Ich möchte hier mit einem Vorwurf aufräumen, der oft von Merle-Gegnern angeführt wird. Eine Studie mit einer Tigerdackel-Kolonie wird sehr oft herangezogen, um auch mischerbige Merle-Tiere vernichtend als krank zu bezeichnen. Zitat:
„Auf der Grundlage von Studien bei Merle-Dackeln entwicklen mind. 36,8% eine Art von Schwerhörigkeit bis hin zur vollständigen Taubheit (Willis). Diese Angabe gilt für Welpen bei denen ein Elternteil merle ist und der andere nicht-merle ist. Auch eine Anhäufung von Augen-Probleme waren zu verzeichnen. Somit ist erwiesen, dass nicht nur eine Verpaarung von 2 Merle-Hunden miteinander zu massiven gesundheitlichen Einschränkungen führen. Bitte beachten Sie das, falls Sie sich noch immer für Merle Chihuahua interessieren. Auch wenn der Welpe gesund erscheint, kann er doch taub oder sehbehindert sein.“
Ich möchte hier zweierlei Dinge betonen:
1. Zur Studie selber: (Auszug aus http://www.border-wiki.de/index.php/Merle-Gen)
In der Studie wird offen dokumentiert, dass mit den Versuchstieren über mehrere Generationen hinweg starke Inzucht betrieben wurde. Es ist allerdings von mehreren Hunderassen bekannt, dass durch vermehrte Inzucht beziehungsweise Linienzucht bestimmte Blutslinien anfälliger für Krankheiten sind als andere. Der Border Collie ist davon nicht ausgenommen, und so finden sich in gewissen Border-Collie-Linien unter anderem vermehrte Fälle von
Letzere trat unter anderem auch bei den Nachkommen des Experimentes in der Studie auf.
Tiefergehende Bewertung der Studienergebnisse anhand der unter (1) und (2) genannten Rahmenbedingungen:
Es ist heutzutage leider kaum noch nachvollziehbar, in wie weit und in welchem Ausmass die Schädigungen der Welpen auf das merle-Gen und welche auf vermehrte Inzucht zurückzuführen sind.
Die gesamte Palette der Beeinträchtigungen der Jungtiere wie
kann sowohl auf das doppelte merle-Gen an sich als auch auf Inzuchtschwäche beziehungsweise starke Inzuchtschäden zutreffen, da diese Palette bei allen inzuchtgeschädigten Tierarten vorgefunden werde kann. Auch das doppelte merle-Gen als Verursacher kann nicht ausgeschlossen werden.
Weiterführende, klärende Studien hat es bis zum heutigen Tage unglücklicherweise keine mehr gegeben, sodass vieles nach wie vor im Unklaren bleibt.
(persönliche Anmerk.; es hat 2009 nochmals eine Untersuchung gegeben. Sowie ich Zeit gefunden habe, um alles davon durchzulesen - gibt es nur auf Englisch - werde ich mich hier darüber äussern; soweit ich das allerdings bis jetzt beurteilen kann, kommen sie darin zum Fazit, dass sie bei Merle x Non-Merle keine übermässige Krankheits- oder Defektanfälligkeit beobachten konnten)
Einen eindeutigen und stichhaltigen Beweis darauf, dass merle-Hunde mit lediglich einer Kopie des Gens im allgemeinen krankheitsanfälliger sind, beziehungsweise ihre Sterberate höher wäre, konnte bis zum heutigen Tage nicht erbracht werden und ist sowohl aus medizinischer als auch aus genetischer Sicht unhaltbar!
2. Wir werden unsere Merle-Welpen (entsprechend unseren beiden Vorbildern: http://www.kleine-pfoten.ch/chihuahua/farben.htm und www.vom-engelstein.de) einem Audiometrie- sowie einem Sehtest unterziehen, sodass Sie als Welpen Käufer die Gewissheit haben, einen gesunden Merle-Chi zu erwerben, denn es ist schon so, dass man Hör- und Sehschäden den Chihuahuas nicht einfach ansehen kann!
Zucht
Ein verantwortungsvoller Züchter wird aus vorher genannten Gründen kein Tier aus einer Merle-Verpaarung ohne vorherigen Gentest mit einem x-beliebigen Chihuahua verpaaren, um die Probleme von reinerbigen Merle-Tieren zu vermeiden.
Mittlerweile ist es ja so „leicht“ einen Merle-Genträger zu „überführen“, wenn auch nicht ohne Kosten. Doch ein verantwortungsvoller Züchter wird diese wundervolle Möglichkeit sicher auf sich nehmen und seine Tiere auf das Merle-Gen testen lassen, um zweifelsfrei ausschliessen zu können, aus Versehen eine doppel-Merle Verpaarung zuzulassen.
Leider werden wohl Züchter, die auf schnelles Geld aus sind (oder die sich keine Gedanken darüber machen), den zusätzlichen Aufwand und die Kosten nicht auf sich nehmen, sondern nehmen lieber das Risiko kranker Welpen in Kauf.
Übrigens
Das Merle-Gen ist nicht die einzige Färbung, die bei unsachgemässer Zucht kranke Welpen verursachen kann.
Nehmen wir z.B. das Scheckungs-Gen: Knapp 10% der Dalmatiner sind auf einem oder beiden Ohren taub. Da die Taubheit durch das Scheckungsgen hervorgerufen wird, kann man dieses Taubheitsrisiko nicht wegzüchten, ohne auf die typische Dalmatiner Farbe zu verzichten. Dasselbe gilt auch bei extrem-Schecken bei Chihuahuas. Auch da gilt; Verantwortungsvoll züchten heisst, niemals zwei Schecken miteinander zu verpaaren und extrem-Schecken vor der Zucht einem Audiometrie-Test zu unterziehen!
Gentest (z.B. für das Merle Gen): Firma Bio-Focus
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